Christian Heilmann – Von Wohlleben über die Normannia bis zur Identitären Bewegung

Christian Heilmann ist ein weiteres Mitglied der extrem rechten „Burschenschaft Normannia zu Jena“. Der Ausgangspunkt seiner politischen Entwicklung sind die Neonazi-Netzwerke zwischen Jena und Kahla, die ihn zu JN-Veranstaltugen, zu Aufmärschen der „Identitären Bewegung“, der AfD, von „EinProzent“ und „PEGIDA“ führen. Dabei hält er stehts den Kontakt zu militanten Kameraden und altgedienten Rechtsterroristen.

Christian Heilmann mit dem Wimpel der Normannia bei einer Wanderung zur Wartburg im Sommer 2019.

Politisierung durch Ralf Wohllebens NPD und die Thüringer Kameradschaftsszene

Christian Heilmann, 29 Jahre alt, stammt aus Jena, wo er in der Nähe des Friedensberges im Jena-Süd wohnte. Heilmann war bis zur Verhaftung des NSU-Helfers Wohlleben eine von dessen Jenaer Kontaktpersonen. Als die Normannia 2009 aus dem braunen Haus in Jena-Altlobeda nach Kahla in die Burg 19 verzog, knüpfte auch Heilmann politisch und sozial an die dortigen Strukturen an. Mit Tobias Winter aus dem Landkreis Sömmerda, seinem heutigen Normannia-Kamerad Martin Schieck und Mitgliedern der Erfurter Kameradschaftsszene um Enrico Biczysko oder Martin Gärtlein nahm Christian Heilmann beispielweise an einem Zeitzeugengespräch teil. In jener Zeit war er bereits Fan des National Socialist Black Metal (NSBM), wie er mit Aufnähern und Pullovern von „Burzum“ oder „Absurd“ kundtat, die er auch heute noch verehrt. Die Sänger dieser Bands haben ihren Kultstatus in der NSBM-Szene jeweils mit Morden erlangt.

Finales Update: Loco Artista komplett geräumt – Ende gut, alles gut?

Kurz nachdem wir zur Wiedereröffnung des Neonazi-Tattostudios Loco Artista am 8. Juni in Jena über dessen Hintergründe informiert hatten, hatte eine der zwei TätowiererInnen, „Resi Ink“, bereits ihren Rückzug erklärt. Ihr Partner Jeffrey Weißenborn alias „EiskaltInk“ wollte unter Berufung auf die vermeintlich große Unterstützung seiner Instagram-Follower*innen trotz antifaschistischer Proteste am Standort Jena-Süd festhalten. Unseren Recherchen nach scheint er jedoch kurz darauf, den Mietvertrag seinerseits gekündigt zu haben. Dass es für ihn in Jena nicht gut lief, zeigte sich bereits an den permanenten Rabatt-Angeboten und freien Terminen, die er auf Instagram bewarb. Ende Juni kündigte sich dann bereits ein Ende auf Raten an – nicht ohne zuvor nochmal seine politische Haltung klarzumachen.

Update: Erster Rückzieher bei Loco Artista in Jena

Die Nachbarschaft von Loco Artista ist nicht begeistert von der Eröffnung (Foto: Rechercheportal Jena-SHK)

Rückzug von „Resi Ink“

Resi Ink und der Apoldaer Neonazi André Groth

Nachdem wir am 07.06.2020 über die Wiedereröffnung des von Neonazis betriebenen Tattoo-Studios „Loco Artista“ im Jenaer Süd-Kiez informiert hatten, zeigt sich bereits erste Wirkung bei den BetreiberInnen: „Resi Ink“ hat im Netz angekündigt, die Pläne für Jena aufgrund des antifaschistischen Protests zu verwerfen und bis Jahresende in Erfurt weiterzuarbeiten.

Loco Artista – Wiedereröffnung eines Nazi-Tattoostudios in Jena

In der Schleidenstraße 25 im Jenaer Südviertel soll ein neues Tattoostudio unter dem Label „Loco Artista“ eröffnet werden. Jeffrey Weißenborn und seine Frau, die unter dem Namen „Resi Ink“ als Tätowiererin aktiv ist, werden die neuen InhaberInnen. Beide sind eng mit der Apoldaer und Erfurter Neonaziszene vernetzt. In den sozialen Netzwerken kündigten sie an, ab 8. Juni Termine in Jena vergeben zu wollen. Der Laden droht damit zu einem Anlaufpunkt für Neonazis und rechtsoffenes Klientel mitten im Kiez zu werden.

„Resi Ink“ und Jeffrey Weißenborn in Shirts der Neonazi-Modemarke „Pro Violence“

Kevin Armstroff: Ein bekannter Neonazi im Dienste der städtischen Jenaer ASI GmbH

Kevin Armstroff als Besucher der “Tage der nationalen Bewegung” in Themar am 06.07.2019. (Foto: Recherchenetzwerk Berlin)

Bei einem Unternehmen der Jenaer Stadtwerke, der ASI Anlagen, Service, Instandhaltung GmbH, arbeitet der bekannte Neonazi Kevin Armstroff aus dem Weimarer Land. Armstroff ist seit mindestens 2013 regelmäßiger Besucher von Naziaufmärschen, gehörte zur “Aktionsgruppe Weimarer Land” aus dem Spektrum der “Autonomen Nationalisten” und beteiligte sich an Aktionen der faschistischen Partei “Die Rechte” in Erfurt und Jena. Noch im Dezember 2019 lief er zusammen mit verurteilten Nazischlägern im Hakenkreuz-Pullover über den Erfurter Weihnachtsmarkt. Seit vergangenem Jahr ist er für ASI im Bereich Elektrik in den Häusern von JenaWohnen oder in städtischen Kulturzentren unterwegs. Wenig überraschend, ist doch der politische Ziehsohn Ralf Wohllebens, der frühere NPDler Nico Schneider, Ausbildungsleiter bei ASI.